Ein sehr passender Artikel des Hamburger Abendblattes vom 19.05.2012 befasst sich mit der Umständlichkeit althergebrachter E-Mail-Kommunikation und den Chancen des Einsatzes von Social Business Software wie Yammer zur Kommunikation und Kollaboration:
Der Titel des Artikels lautet „Dauer-Online: Chatten im Job durchaus erlaubt“ ist zwar provokant, verweist aber bereits auf das Potential bzw. die Probleme dieser neuen Form der Zusammenarbeit. Sind erst einmal die Hürden der nötigen Unternehmensoffenheit überwunden, gilt es verborgenen Nutzen zu heben.
Ein Gedankenspiel:
Ein Unternehmen wie SIEMENS stellt in nicht allzu ferner Zukunft zu Zwecken der internen Kommunikation auf eine Social Business Plattform um, da die Vorteile nicht mehr von der Hand zu weisen sind. SIEMENS weist derzeit weltweit eine Mitarbeiterzahl von über 400.000 Beschäftigten auf. Angenommen, ein Unternehmen dieser Größe schreibt auf der erwähnten Plattform verschiedene Wettbewerbe aus, z.B. ein Innovationsprojekt oder ein Projekt zur Produktverbesserung.
Diese Projekte lokal zu beschränken wäre kontraproduktiv, da sich global Zusammenhänge ergeben könnten, die auf lokaler Ebene nie diskutiert worden wären. In Abhängigkeit von der damit einhergehenden Anzahl möglichen Feedbacks wird eine manuelle Sichtung der Ergebnisse nicht mehr praktikabel. Methoden des Data Mining, Text Mining bzw. Opinion Mining könnten hier sinnvolle Dienste leisten und sowohl offenes als auch verdecktes Potential hervorbringen. Damit befinden wir uns im Bereich des Social Media Monitoring, bezogen auf interne Kommunikation. Werden Ergebnisse und Projekte der externen Social Media Sphäre in zukünftige Erwägungen mit einbezogen, sind (annähernd) optimale Bedingungen für das hier behandelte Social Software Analytics gegeben.
Beim Thema Analytics sollte man aber auch unternehmensintern Vorsicht walten lassen. Sobald dem Nutzer bewußt wird bzw. bewußt gemacht wird, dass sein (Projekt-) Input analysiert wird, kann und wird dies die Ergebnisse verfälschen. Empirische Ergebnisse – speziell bezogen auf Social Business Software und Mitarbeiterverhalten – sind mir derzeit nicht bekannt.
